Chronische Schmerzen im Kindes- und Jugendalter sind häufig und betreffen aktuell ca. 37% aller Kinder und Jugendlichen. Wenn Schmerzen über mehrere Monate dauerhaft oder wiederkehrend auftreten, ohne dass ein relevanter organischer Befund erhoben werden kann, spricht man von einer „Chronischen Schmerzstörung“ oder einem „Schmerzverstärkungssyndrom“.

In Zusammenarbeit mit den Oberärzten Hr. Dr. Berendes (Rheumatologie) und Hr. Dr. Raber (Anästhesie, Schmerzmedizin) am Kinderkrankenhaus betreuen wir am SPZ Kinder und Jugendliche mit Muskel-, Gelenk- und Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, chronischen Schmerzen infolge von organischen Erkrankungen oder Unfällen und dem sog. komplex-regionalen Schmerzsyndrom (CRPS), einer Sonderform der chronischen Schmerzerkrankung, bei der meist Bagatellverletzungen, aber auch schwere Verletzungen Auslöser für starke Schmerzen sind, so dass bereits eine Berührung oder ein Luftfächeln im betroffenen Körperbereich (z.B. Fuß/ Hand) als unerträglich empfunden werden.

Dr. med. Christian Blank
Dr. med. Christian Blank
Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums
Kinder- und Jugendarzt/ Neuropädiater
Neonatologe / Epileptologe
Tanja Linseis
Tanja Linseis
Ergotherapeutin
Bobaththerapeutin
Entspannungstherapeutin
Funktionstrainerin Fibromyalgie
Zertifiz. Handtherapeutin
Zertifiz. Neurofeedbacktherapeutin
Alexandra Clos
Alexandra Clos
Physiotherapeutin
Rheumatherapeutin
Bobaththerapeutin für Kinder
Vojtatherapeutin für Kinder
Manuelle Therapie
Manuelle Lymphdrainage
Rückenschule für Kinder- und Jugendliche
Cranio-Sacrale-Therapie
Kinesiotaping
Wie es genau zu den chronischen Schmerzen kommt, ist noch nicht sicher erforscht. Allerdings zeigen Studien, dass definitiv Schmerzen im Gehirn gemeldet und verarbeitet werden, d.h. die Patienten simulieren nicht, der Schmerz existiert!
Sabine Becker
Sabine Becker
Dipl.-Sozialpädagogin (FH)
Barbara Lanzinger
Barbara Lanzinger
Ergotherapeutin
SI-Therapeutin
Annet Krug
Annet Krug
Diplom-Psychologin,
Integrative Tanzpädagogin (AGB, Österreich)
Dr. Rainer Berendes
Dr. Rainer Berendes
Oberarzt
Dr. Manfred Raber
Dr. Manfred Raber
Oberarzt

Diagnostik und Therapie:

In einem multidisziplinären Schmerzteam kümmern sich Ärzte, Psychologen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Sozialpädagogen um eine ausführliche Diagnostik und anschließende Therapieplanung. Von großer Bedeutung ist hierbei für uns eine biopsychosoziale Betrachtungsweise, da sowohl körperliche als auch psychosoziale Faktoren in der Schmerzentstehung und –aufrechterhaltung eine Rolle spielen. So individuell und vielschichtig wie die Erkrankung selbst ist also auch das Therapiekonzept.

Es stehen uns folgende diagnostische und therapeutische Einheiten zur Verfügung, um betroffene Kinder, Jugendliche und ihre Familien auf dem Weg zur Schmerzbewältigung und wieder uneingeschränkter Aktivität im täglichen Leben zu begleiten:

  • Ärztliche Seite: Evaluation des bisherigen Krankheitsverlaufs, körperliche, laborchemische und sonographische Untersuchung zur Abklärung von Differenzialdiagnosen und ggf. facharztspezifischen Therapien, z.B. medikamentös, Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation „TENS“
  • Psychologie: Diagnostik möglicher Wechselbeziehungen zwischen der Schmerzerkrankung und dysfunktionalen Verhaltensweisen in Familie, Schule und Peergroup, Erfassung emotionaler Einflussfaktoren, dysfunktionaler Kognitionen, Verhaltensweisen und Copingstrategien im Umgang mit der Erkrankung sowie Abklärung komorbider psychischer Belastungen; Therapeutische Angebote: Einzelpsychotherapie und Systemische Familientherapie
  • Ergotherapie: Diagnostik und Therapie des Bewegungsapparates (v.a. der oberen Extremitäten), Arbeitsplatzgestaltung, Schreibberatung, Ergonomie, thermische Anwendungen, Handtherapie, Biofeedback, Wahrnehmungsschulung, Kinesiotaping, Spiegeltherapie, Craniosacrale Therapie, verlinken mit Ergotherapie
  • Physiotherapie: Diagnostik und Therapie des Bewegungsapparates (v.a. der Wirbelsäule und unteren Extremitäten), Gleichgewichtstraining, Ausdauer, Kräftigung Stabilisierung mit Galileotraining, Wärme- und Kälteanwendungen: Fango, Kältepacks, Infrarotkabine, usw.; Schlingentisch, Atemübungen, Dehnungen verkürzter Muskulatur; Wahrnehmung, Haltungs- und Aufrichtungsschulung, Gangschule
  • Sozialpädagogik: Beratung hinsichtlich möglicher sozialrechtlicher Ansprüche
  • Entspannungstherapie
  • Gruppenangebote: u.a. eine selbsthilfeorientierte Gruppe für Jugendliche mit Schmerzen („Painlessteam“)

Terminvereinbarung:

Eine primäre Abklärung möglicher somatischer Ursachen von chronischen Schmerzen wie z.B. Gelenkschmerzen kann in den ärztlichen Ambulanzen, z.B. in der kinderrheumatologischen Ambulanz, im Kinderkrankenhaus St. Marien erfolgen. Termine können dafür unter der Telefonnr. 0871 / 852 – 1287 vereinbart werden. Sie benötigen dafür einen Überweisungsschein vom Kinder- oder Hausarzt.

Sollte keine organische Ursache gefunden werden und / oder die weitere Betreuung im SPZ empfohlen werden, können dort Termine unter der Telefonnr. 0871 / 852 – 1325 vereinbart werden. Zu Beginn steht ein ausführliches Gespräch mit körperlicher Untersuchung von einem spezialisiertem Team aus Ärztinnen und Ärzten, Physiotherapeutinnen, Ergotherapeutinnen und Psychologinnen. Gemeinsam mit Patienten und Eltern wird anschließend entschieden, welche weiteren Schritte zur Diagnose und Therapie notwendig sind.

Für die Vorstellung im SPZ ist ein Überweisungsschein vom Kinderarzt notwendig.